Ein gutes Rückverfolgbarkeitssystem verbindet das physische Material mit seiner Dokumentation. Chargennummer, Lieferant, Zertifikat, Lager, Rezeptur, Produktion und Verkauf sollten eine durchgängige Datenkette bilden.
Was muss sich nachvollziehen lassen?
Rückverfolgbarkeit bedeutet nicht, eine große Zahl von Dokumenten aufzubewahren. Ihr Ziel ist es, ein bestimmtes Material verlässlich mit seiner Herkunft und weiteren Verwendung zu verknüpfen.
1. Lieferant und Materialquelle
Beim Eingang müssen Lieferant, Standort, Zertifizierungsstatus, Materialart, PCR-/PreCR-Einstufung und Einkaufsbeleg bekannt sein. Wird das Lieferantenzertifikat zur Materialfreigabe herangezogen, sollten sein Geltungsbereich und seine Gültigkeit dokumentiert sein.
2. Annahme und Lagerung
Chargennummern, Etiketten, Big-Bags, Silos, Lagerplätze oder das ERP-System sollten die Unterscheidung der Materialien und deren Zuordnung zur Dokumentation ermöglichen.
3. Produktion und Rezeptur
Im Prozess muss bekannt sein, welches Material für eine bestimmte Produktionscharge in welchem Verhältnis eingesetzt wurde. Bei kontrollierter Mischung sollte der Anteil des Recyclingmaterials bekannt und dokumentiert sein.
4. Produkt und Verkauf
Das Endprodukt muss sich der richtigen Produktionscharge, Rezeptur und den zugehörigen Materialdaten zuordnen lassen. Erhält der Kunde eine Angabe zum Rezyklatanteil, muss dieser Wert auf tatsächlichen Daten beruhen.
5. Mengenbilanz
Die Rückverfolgbarkeit einzelner Chargen muss mit den zusammengefassten Daten übereinstimmen. Einkäufe, Bestände, Produktion, Verluste und Verkäufe müssen ein schlüssiges Bild des Materialflusses ergeben.
Häufige Schwachstellen
- derselbe Code für Materialien unterschiedlicher Herkunft;
- keine aktuelle Prüfung der Lieferantenzertifikate;
- Befüllung eines Silos ohne Erhalt der Chargeninformationen;
- Rezepturänderungen ohne Versionskontrolle;
- fehlende Verknüpfung zwischen Produktion und Verkauf;
- eine unstimmige Mengenbilanz.
Die wichtigste Erkenntnis
Rückverfolgbarkeit funktioniert, wenn die Information dem Material folgt. Das System sollte den Weg vom Lieferanten zum Produkt ebenso ermöglichen wie die Rückverfolgung vom Produkt zur Materialquelle.
