Design for Recycling Certification bewertet die Konstruktion einer fertigen Verpackung anhand der RecyClass Leitlinien. Recyclability Certification berücksichtigt zusätzlich Sammlung, Sortierung und Recycling in den angegebenen Märkten. Ein Letter of Compatibility betrifft Halbfertigprodukte. Die Selbstbewertung im Online Tool ersetzt keine unabhängige Zertifizierung.
Welches RecyClass Zertifikat benötigt Ihre Verpackung?
Ein RecyClass Zertifikat für Verpackungen sollte eine konkrete Kundenfrage beantworten. Geht es um eine Konstruktion nach Recycling-Leitlinien, die Bewertung einer fertigen Verpackung für einen bestimmten Markt oder ein Halbfertigprodukt für einen anderen Hersteller? Diese Unterscheidung steht am Anfang der Auswahl.
Der Rezyklatanteil ist ein eigenständiges Thema. Fragt der Kunde nach dem Anteil recycelten Kunststoffs in der Verpackung, ist Recycled Plastics Traceability zu prüfen. Rezyklatanteil und Recyclingfähigkeit der Konstruktion beschreiben unterschiedliche Eigenschaften desselben Produkts.
Design for Recycling Certification: Bewertung der Konstruktion
Design for Recycling Certification, kurz DfR, betrifft fertige Verpackungen und ihre Übereinstimmung mit den einschlägigen Design-for-Recycling-Leitlinien. Bewertet wird die gesamte eingereichte Konstruktion, nicht nur die Bezeichnung des Hauptpolymers.
Dieser Weg ist sinnvoll, wenn ein Hersteller eine unabhängige Konstruktionsbewertung vorlegen möchte. Die Übereinstimmung mit den Leitlinien belegt für sich allein jedoch nicht, dass geeignete Sammlung und Recycling in jedem Absatzmarkt verfügbar sind. Den Geltungsbereich beschreibt das Auditschema für DfR / Letter of Compatibility.
Bei einer Flasche sind beispielsweise auch Verschluss, Etikett und weitere Konstruktionselemente zu betrachten. „PE-Flasche“ ist zu allgemein, um die bewertete Ausführung nachzuvollziehen oder sie mit einer Variante nach einem Etikettenlieferantenwechsel zu vergleichen.
Recyclability Certification: Verpackung und Markt
Recyclability Certification berücksichtigt sowohl die Verpackungskonstruktion als auch die Bedingungen für Sammlung, Sortierung und Recycling in den bewerteten Ländern. Die Benennung der Märkte, für die ein Nachweis benötigt wird, ist daher ein wichtiger Teil des Antrags.
Wird dieselbe Verpackung in mehreren Ländern verkauft, darf ohne Prüfung des geografischen Geltungsbereichs kein identisches Ergebnis vorausgesetzt werden. Die einschlägigen Kriterien stehen im Recyclability Certification Audit Scheme v2.0.
In der Praxis kann der Einkauf das Zertifikat zusammen mit einer kurzen Übersicht an das Marketing geben: genaue Verpackungsvariante, bewertete Länder, Ergebnis, Gültigkeit und erlaubte Kommunikation. Das hilft, eine unzulässige Ausweitung der Aussage auf andere Verpackungen oder Märkte zu vermeiden.
Letter of Compatibility: Nachweis für ein Halbfertigprodukt
Ein Letter of Compatibility, kurz LoC, bezieht sich auf Halbfertigprodukte. Er kann den Informationsaustausch zwischen Lieferant und Hersteller der fertigen Verpackung unterstützen. Nach Ergänzung aller weiteren Bestandteile darf er nicht als Zertifikat für die gesamte Verpackung dargestellt werden.
Erhalten Sie einen solchen Nachweis von einem Lieferanten, prüfen Sie das beschriebene Material oder Bauteil und die angegebenen Bedingungen. Vergleichen Sie diese mit der Spezifikation des fertigen Produkts. Die Unterschiede erläutert der Beitrag Letter of Compatibility, DfR und Recyclability Certification.
Was sollten Sie für die Verpackungsbewertung vorbereiten?
Das Verfahren benötigt Informationen zur vollständigen Konstruktion, Spezifikationen der Bestandteile und geeignete Muster. Je nach Ausführung können zusätzliche Erläuterungen oder Prüfungen erforderlich sein. Ihr Umfang richtet sich nach der konkreten Lösung; nicht jede Verpackung benötigt dasselbe Prüfprogramm.
Stellen Sie vor einer Anfrage insbesondere folgende Angaben zusammen:
- Name und eindeutiger Code der zu bewertenden Variante;
- Material, Masse und Farbe des Körpers sowie weiterer Bestandteile;
- Angaben zu Etikett, Verschluss, Klebstoff, Bedruckung und Barriereschichten;
- Verbindung der Elemente und eine gegebenenfalls vorgesehene Trennung durch den Nutzer;
- Zeichnungen, Lieferantenspezifikationen und weitere beantragte Varianten;
- Absatzländer und die geplante Verwendung des Zertifizierungsergebnisses.
Quality Management & Procedures v3.0 beschreibt Antragstellung, Unterlagen, Muster und Bewertung. Vor Beginn ist auch die Selbstbewertung im RecyClass Online Tool relevant. Deren Ergebnis ist jedoch kein unabhängiges Zertifikat.
Wie erhalten Sie die Zertifizierung?
Zuerst werden Bewertungsgegenstand und passender Zertifizierungsweg festgelegt. Danach übermittelt der Antragsteller Unterlagen und Muster, und die Zertifizierungsstelle bewertet die Konstruktion nach den einschlägigen Kriterien. Zusätzliche Tests oder Nachweise sind gegebenenfalls im Zeitplan zu berücksichtigen. Nach Abschluss wird ein Dokument entsprechend dem Bewertungsergebnis und Geltungsbereich ausgestellt.
Das Angebot hängt von Anzahl und Komplexität der Konstruktionen, Varianten, Märkte und erforderlichen Prüfungen ab. Unterscheiden Sie in der Anfrage zwischen einer Grundkonstruktion und Ausführungen mit anderen Etiketten, Farben oder Verschlüssen. So lässt sich klären, welche Varianten gemeinsam bewertet werden können.
Was bedeuten die Klassen und wie dürfen Ergebnisse kommuniziert werden?
RecyClass Klassen beschreiben das Ergebnis der Recyclingfähigkeitsbewertung nach der Programmmethodik. Klasse A bedeutet nicht 100 % Rezyklatanteil. Die Klasse ist im Zusammenhang mit der bewerteten Konstruktion und Zertifizierungsart zu verstehen. Grundlage ist die Recyclability Methodology.
Nach den offiziellen FAQ dürfen DfR-Ergebnisse auch gegenüber Verbrauchern außerhalb der Verpackung kommuniziert werden, etwa auf einer Website. Das erlaubt kein DfR-Zertifizierungszeichen auf der Verpackung. Recyclability Certification ermöglicht Verbraucherkommunikation einschließlich einer Kennzeichnung auf der Verpackung unter Beachtung der Programmregeln und des jeweiligen Geltungsbereichs. Prüfen Sie vor der Zeichennutzung die aktuellen Regeln, das konkrete Dokument und die geplante Aussage.
Häufige Fragen zum Zertifikat für Verpackungen
Reicht ein Ergebnis aus dem RecyClass Online Tool?
Es handelt sich um eine Selbstbewertung, die Konstruktion und Antragstellung unterstützt. Die Zertifizierung erfordert eine gesonderte Bewertung durch eine anerkannte Stelle. Mehr dazu unter Wie funktioniert das RecyClass Online Tool?
Gilt das bisherige Zertifikat nach einer Etikettenänderung weiter?
Das darf nicht automatisch vorausgesetzt werden. Melden Sie die Änderung und klären Sie deren Einfluss auf den Geltungsbereich. Verknüpfen Sie Spezifikationsänderungen im Unternehmen mit der Prüfung bestehender Aussagen. Siehe Verpackungsänderung nach der Zertifizierung.
Wie lange ist das Dokument gültig?
Die Recyclability-Verfahren sehen üblicherweise drei Jahre vor, unter Bedingungen etwa zu Änderungen an der bewerteten Verpackung und erforderlichen Kontrollen. Entscheidend sind die Daten, der Geltungsbereich und die Aufrechterhaltungsanforderungen des konkreten Dokuments.
Bestätigt das Zertifikat automatisch die vollständige Einhaltung der PPWR?
Nein. Es kann Nachweise zu bewerteten Eigenschaften liefern, ersetzt aber nicht die Betrachtung sämtlicher Pflichten für die Verpackung. Aussagen sollten dem tatsächlichen Zertifizierungsumfang entsprechen.
Passenden Zertifizierungsweg mit Almaland wählen
Informieren Sie sich über die RecyClass Verpackungszertifizierung. Nennen Sie in Ihrer Anfrage an Almaland das fertige Verpackungsprodukt oder Halbfertigprodukt, die Konstruktion, Absatzmärkte und den gewünschten Nachweis. Das erleichtert die Festlegung des passenden Bewertungswegs.
