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Recycling und Rückverfolgbarkeit

RecyClass Recycled Plastics Traceability Zertifikat – Rückverfolgbarkeit und Rezyklatanteil nachweisen

Der Einkauf von Recyclingmaterial bildet den Anfang der Nachweiskette. Das RecyClass Recycled Plastics Traceability Zertifikat dient der Bewertung von Rückverfolgbarkeit und Rezyklatanteil auf nachfolgenden Produktions- und Handelsstufen.

95. RecyClass Recycled Plastics Traceability Zertifikat: Granulat, Produkt und Chargenidentifikation
Aktualisiert:
16.10.2026
•
5
Min. Lesezeit
STAND DER QUELLEN

RecyClass Recycled Plastics Traceability: Audit Scheme v2.2 und Quality Management & Procedures v2.2. Öffentlich verfügbare Quelldokumente geprüft am 16. Oktober 2026.

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KURZ ERKLÄRT

RecyClass Recycled Plastics Traceability bestätigt die Rückverfolgbarkeit recycelter Kunststoffe und ihren Anteil in den bewerteten Produkten. Das Programm erfasst geeignete Unternehmen der nachgelagerten Lieferkette, darunter Verarbeiter, Hersteller und Händler. Ein Lieferantenzertifikat ersetzt keine Nachweise für eigene Rezepturen, Materialflüsse und Produkte.

Was bestätigt ein RecyClass Recycled Plastics Traceability Zertifikat?

Ein RecyClass Recycled Plastics Traceability Zertifikat betrifft die Rückverfolgbarkeit recycelter Kunststoffe und den Rezyklatanteil der bewerteten Produkte. Es hilft, die Herkunft der Eingangsmaterialien mit den Erzeugnissen zu verbinden, die ein Unternehmen tatsächlich herstellt oder in der Lieferkette weitergibt.

Das Programm richtet sich unter anderem an Compoundierer, Verarbeiter, Produkthersteller und Handelsunternehmen, die die einschlägigen Anforderungen erfüllen. Die offizielle Beschreibung finden Sie unter RecyClass Recycled Plastics Traceability.

Die zentrale Kundenfrage lautet: Woher wissen wir, dass der angegebene Rezyklatanteil genau für das bestellte Produkt gilt? Die Antwort erfordert verknüpfte Lieferanten-, Produktions-, Lager- und Verkaufsunterlagen. Eine allgemeine Erklärung zum Rezyklateinkauf belegt diese Verbindung noch nicht.

Warum reicht ein Lieferantenzertifikat nicht aus?

Ein Lieferantendokument kann die Bewertung eines bestimmten Eingangsmaterials bestätigen. Beim Hersteller wird dieses Material möglicherweise mit Neuware, Farbstoffen, Füllstoffen oder einer anderen Charge vermischt. Der Käufer des fertigen Produkts benötigt Angaben, die dessen endgültige Zusammensetzung abbilden.

Rechenbeispiel: Angenommen, eine Komponente mit 100 kg Masse wird ohne Verluste und ohne intern zurückgeführtes Material hergestellt. Die Rezeptur enthält 60 kg Material mit einem nachgewiesenen Rezyklatanteil von 80 % sowie 40 kg Bestandteile ohne Rezyklat. Aus dem ersten Eingang stammen 48 kg Recyclingmaterial. Der Rezyklatanteil der Komponente beträgt somit 48 %, nicht 60 % oder 80 %.

Das vereinfachte Beispiel zeigt den Unterschied zwischen eingekaufter Rohstoffmenge und Rezyklatanteil im Produkt. Die tatsächliche Berechnung muss den relevanten Geltungsbereich, die Zusammensetzung und belegte Materialflüsse berücksichtigen. Mehr zur Rolle der Eingangsnachweise erläutert Reicht das RecyClass Zertifikat des Lieferanten aus?

Was ist vor der Zertifizierung festzulegen?

Bestimmen Sie zuerst den Gegenstand der Aussage. Das kann ein Produkt, eine Produktfamilie oder eine bewertete Komponente sein. Eine gemeinsame Liste von Handelsnamen, internen Codes und Bezeichnungen in den Zertifizierungsunterlagen hilft Einkauf und Vertrieb, dieselben Informationen zu verwenden.

  • Eingangsmaterial: Welche Recyclingrohstoffe werden von welchen Lieferanten bezogen?
  • Tätigkeit: Mischt, verarbeitet, produziert oder handelt das Unternehmen?
  • Output: Welche Produktcodes und Standorte soll die Bewertung erfassen?
  • Aussage: Welcher Rezyklatanteil soll für welchen konkreten Gegenstand bestätigt werden?

Verarbeitet das Unternehmen selbst Abfälle zu Rezyklat, ist zusätzlich der Geltungsbereich von Recycling Process zu klären. Ein Unternehmen kann mehrere Tätigkeiten ausüben. Die Programmauswahl sollte deshalb auf deren tatsächlicher Beschreibung beruhen.

Rückverfolgbarkeit und Auditnachweise

Das Audit Scheme v2.2 sieht die Bewertung von Lieferantendokumenten, Materialkennzeichnung, Lagerbewegungen, Produktionsaufzeichnungen, Rezepturen und Ausgangsmaterialien vor. Dabei wird entsprechend zwischen Pre-Consumer- und Post-Consumer-Herkunft unterschieden. Berechnungen benötigen Nachweise; das Wort „Rezyklat“ auf einer Rechnung reicht allein nicht aus.

Das Schema regelt auch die Anerkennung von Lieferantenzertifikaten und die stufenweise Erfüllung der Anforderungen an zertifizierte Eingänge. Prüfen Sie die Vorgaben für die jeweilige Zertifizierungsphase Ihrer Organisation. Nicht jede beliebige Lieferantenerklärung ist ausreichend.

Versuchen Sie vor dem Audit, eine ausgewählte Lieferung von der Verkaufsrechnung über Chargencode und Rezeptur bis zu den eingesetzten Rohstoffen zurückzuverfolgen. Prüfen Sie die Mengen zusätzlich: Lassen sich Verkäufe des Produkts durch Einkauf, Verbrauch, Lagerbestand und Produktion erklären?

Intern zurückgeführtes Material verlangt besondere Aufmerksamkeit. Die Wiederverwendung von Beschnitt macht diesen nicht automatisch zu 100 % Rezyklat und erlaubt keine mehrfache Anrechnung derselben Masse. Berechnungsgrundsätze erläutert der Beitrag Wie wird der Rezyklatanteil berechnet?

Wie erhalten Sie das Zertifikat und sichern seine Gültigkeit?

Das Verfahren umfasst den Antrag bei einer anerkannten Zertifizierungsstelle, die Festlegung des Geltungsbereichs, die Vorlage der Unterlagen, das Audit und die Zertifizierungsentscheidung. Nichtkonformitäten erfordern geeignete Maßnahmen und die Bewertung ihres wirksamen Abschlusses. Einzelheiten enthält Quality Management & Procedures v2.2.

Das Zertifikat ist ein Jahr gültig. Die reguläre Bewertung verlangt Aufzeichnungen aus zwölf Monaten. Bei kürzerer Historie ist auch eine vorläufige Zertifizierung, „provisional“, vorgesehen, normalerweise auf Grundlage von mindestens drei Monaten Daten. Stimmen Sie die passende Verfahrensart ab, bevor Sie einem Kunden einen Termin für eine zertifizierte Aussage zusagen.

Benennen Sie nach der Zertifizierung Verantwortliche für die Liste der erfassten Produkte, aktuelle Lieferantendokumente und die Meldung von Änderungen. Eine neue Rezeptur oder Materialquelle sollte eine Prüfung auslösen, ob die bisherige Aussage weiterhin belegt ist.

Häufige Fragen zu Recycled Plastics Traceability

Erfasst das Zertifikat das gesamte Sortiment?

Maßgeblich ist der dokumentierte Geltungsbereich. Ein Ergebnis für bestimmte Produkte darf nicht auf andere Katalogpositionen übertragen werden, die nicht bewertet wurden.

Bedeutet ein bestätigter Rezyklatanteil, dass die Verpackung recyclingfähig ist?

Das sind zwei unterschiedliche Fragen. Ein Produkt kann Rezyklat enthalten und trotzdem eine gesonderte Bewertung seiner Konstruktion benötigen. Lesen Sie dazu den Beitrag zum RecyClass Zertifikat für Verpackungen.

Kann jeder Produktionsrest als Rezyklat angerechnet werden?

Nicht allein aufgrund seiner Bezeichnung. Herkunft, Status und Verwendung sind nach den Programmdefinitionen festzustellen. Beschnitt und Mahlgut, die in denselben Prozess zurückgeführt werden, sind besonders sorgfältig zu beurteilen.

Was kostet diese RecyClass Zertifizierung?

Für ein Angebot sind Standortanzahl, Tätigkeitsbeschreibung, Produktfamilien und die Komplexität der Materialflüsse hilfreich. Daraus ergibt sich der Bewertungsaufwand. Die Anzahl der Positionen in einer Preisliste beschreibt die Auditkomplexität allein nicht.

Wie formulieren Sie die Anforderung in einer Lieferantenanfrage?

Nennen Sie das konkrete Produkt oder die Komponente, den benötigten Rezyklatanteil und dessen Herkunftskategorie sowie die erwarteten Nachweise. Eine allgemeine Bitte um ein „RecyClass Zertifikat“ ohne Programm und Geltungsbereich kann zu einem Dokument führen, das eine andere Frage beantwortet.

Zertifizierung des Rezyklatanteils mit Almaland besprechen

Informieren Sie sich über die RecyClass Recycled Plastics Traceability Zertifizierung und kontaktieren Sie Almaland. Beschreiben Sie die eingekauften Materialien, die hergestellten oder gehandelten Produkte und die Aussage, die Ihr Kunde bestätigt haben möchte.

HINWEISE ZUM ARTIKEL

Praxiswissen auf Grundlage der Quelldokumente

Beziehen Sie bei Entscheidungen zu einem konkreten Prozess die aktuelle Programmdokumentation und den tatsächlichen Umfang Ihrer Tätigkeit ein. Beachten Sie die Datumsangaben und Quellen.

DATUM PRÜFEN

Programmanforderungen und Rechtsvorschriften ändern sich. Veröffentlichungs- und Aktualisierungsdatum zeigen, auf welchen Stand sich der Artikel bezieht.

QUELLE PRÜFEN

Für RecyClass-Anforderungen ist die aktuelle Programmdokumentation maßgeblich, für rechtliche Anforderungen die geltende Rechtsvorschrift und für den Akkreditierungsstatus die offiziellen PCA-Dokumente.

AUF IHREN PROZESS BEZIEHEN

Dieselbe Anforderung kann je nach Prozess, Standort, Material, Produkt, Modul oder Programmversion unterschiedliche Auswirkungen haben. Der Artikel ersetzt keine individuelle Bewertung des Geltungsbereichs.

QUELLEN UND GRUNDLAGEN

Quellenprüfung am 16. Oktober 2026. Versionsnummern entsprechen dem Inhalt der veröffentlichten Dokumente.

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