Entscheidend sind Daten zur konkreten Verpackung und ihrer jeweiligen Designversion. Hersteller sollten wissen, woraus die Verpackung besteht, wie sich Komponentenänderungen auf die Bewertung auswirken und welche Nachweise die einzelnen PPWR-Anforderungen benötigen.
1. Das Verpackungsportfolio erfassen
Jede Verpackung benötigt eine eindeutige Identifikation: Format, Materialien, Komponentenmassen, Anwendung, Markt und Designversion. Ohne diese Angaben lässt sich eine spätere Konformitätsbewertung nur schwer nachvollziehen.
2. Eine aktuelle Stückliste erstellen
Verpackungskörper, Verschluss, Etikett, Sleeve, Klebstoff, Druckfarben, Barrieren und weitere Komponenten sollten nach Material und Masse beschrieben sein. Lieferantendaten müssen mit konkreten Verpackungsversionen verknüpft werden.
3. Das Design auf Recyclingfähigkeit prüfen
Die PPWR führt rechtliche Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Verpackungen ein. Schon jetzt sollten Komponenten identifiziert werden, die Sortierung, Waschen oder Trennung erschweren oder die Qualität des Recyclingmaterials beeinträchtigen können.
4. PCR-Daten ordnen
Bei Kunststoffverpackungen muss bekannt sein, welcher Materialanteil aus dem Recycling von Verbraucherabfällen stammt, woher das Rezyklat kommt und wie der Anteil berechnet wird. Lieferanten und Dokumentation müssen eine Überprüfung der Daten ermöglichen.
5. Die technische Dokumentation aufbauen
Die Dokumentation sollte Produktidentifikation, Zeichnungen, Stückliste, Spezifikationen, Prüfergebnisse, Bewertungen und Änderungsmanagement verbinden. Ihre Struktur sollte nicht erst aufgebaut werden, wenn alle Detailanforderungen vollständig gelten.
6. Ein Änderungsmanagement einführen
Ein neuer Klebstoff, ein anderes Etikett, eine Barriere, ein Lieferantenwechsel oder ein geänderter Rezyklatanteil können die Grundlage einer früheren Bewertung verändern. Das System sollte festlegen, wann eine erneute Prüfung erforderlich ist.
7. Delegierte Rechtsakte und Durchführungsrechtsakte verfolgen
Ein Teil der detaillierten PPWR-Methoden wird in späteren Rechtsakten konkretisiert. Die Organisation sollte Zuständigkeiten für die Rechtsbeobachtung und ein Verfahren zur Aktualisierung der Dokumentation nach neuen Veröffentlichungen festlegen.
8. Rechtsnachweise und Zertifizierungsnachweise unterscheiden
Eine unabhängige Bewertung oder ein Zertifikat kann die Dokumentation unterstützen. Daraus darf jedoch nicht automatisch auf die vollständige PPWR-Konformität geschlossen werden.
Das Wesentliche
Die Vorbereitung auf 2030 betrifft vor allem Daten und Prozesse. Wer Aufbau, Materialherkunft und Änderungshistorie einer Verpackung schnell nachvollziehen kann, ist auf detaillierte Konformitätsmethoden deutlich besser vorbereitet.
