Eine Verpackung kann viel Rezyklat enthalten und trotzdem schwer erneut zu recyceln sein. Sie kann auch ohne Rezyklat sehr gut für den passenden Recyclingstrom gestaltet sein.
Der Rezyklatanteil blickt zurück
Er gibt an, welcher Anteil des zur Herstellung eines Produkts eingesetzten Materials aus Recycling stammt. Eine verlässliche Ermittlung erfordert Daten zu Lieferanten, Materialherkunft, Rezeptur, Dosierung und Materialbilanz.
Die Recyclingfähigkeit blickt nach vorn
Sie bewertet, ob ein Produkt, insbesondere eine Verpackung, aufgrund seiner Gestaltung im jeweiligen System wirksam gesammelt, sortiert und recycelt werden kann.
Beispiel 1: viel Rezyklat, ungünstiges Design
Eine Flasche kann einen hohen rPET-Anteil enthalten, aber Komponenten aufweisen, die die Erkennung oder das Recycling erschweren. Ein hoher Rezyklatanteil beseitigt keine Gestaltungsprobleme.
Beispiel 2: kein Rezyklat, gutes Design
Eine Verpackung aus Primärkunststoff kann so gestaltet sein, dass sie sehr gut mit einem bestehenden Recyclingstrom kompatibel ist. Fehlendes Rezyklat bedeutet nicht automatisch eine geringe Recyclingfähigkeit.
Welche RecyClass-Programme betreffen diese Bereiche?
- Recycled Plastics Traceability konzentriert sich auf Rückverfolgbarkeit und Rezyklatanteil in der weiteren Wertschöpfungskette;
- RecyClass Recyclability konzentriert sich auf die technische Bewertung des Verpackungsdesigns;
- Recycling Process betrifft den Prozess zur Herstellung von Recyclingmaterial aus Abfall.
Auch die PPWR trennt diese Fragen
Artikel 6 der PPWR betrifft die Recyclingfähigkeit von Verpackungen. Artikel 7 betrifft den Mindestanteil an Post-Consumer-Rezyklat in bestimmten Kunststoffverpackungen.
Die wichtigste Erkenntnis
Eine fachgerechte Kommunikation sollte stets deutlich machen, ob es um die Materialherkunft oder um die Möglichkeit eines weiteren Recyclings geht. Werden beide Begriffe in einer Aussage vermischt, können irreführende Angaben entstehen.
