Es gibt nicht nur einen PPWR-Stichtag. Die grundsätzliche Anwendung beginnt am 12. August 2026; einzelne Pflichten folgen eigenen Zeitplänen. Bei mehreren Anforderungen gilt der spätere Zeitpunkt aus einem festen Datum und einer an einen Kommissionsrechtsakt geknüpften Frist.
12. August 2026: grundsätzliche Anwendung der PPWR
Die Verordnung (EU) 2025/40 gilt grundsätzlich ab dem 12. August 2026. Das bedeutet jedoch nicht, dass sämtliche materiellen Einzelpflichten an diesem Tag beginnen.
Bis 2028: weitere technische Kriterien
Die PPWR sieht weitere delegierte Rechtsakte und Durchführungsrechtsakte vor, die unter anderem Kriterien für recyclinggerechtes Design und Bewertungsmethoden konkretisieren. Bei der Konformitätsplanung sind deshalb neben der Verordnung auch spätere Kommissionsrechtsakte zu verfolgen.
2030: recyclinggerechtes Design
Die Anforderungen an die Leistungsstufen der Recyclingfähigkeit sollen ab dem 1. Januar 2030 oder 24 Monate nach Inkrafttreten der entsprechenden delegierten Rechtsakte gelten, je nachdem, welcher Zeitpunkt später liegt.
2030: PCR-Mindestanteile
Artikel 7 legt die ersten PCR-Mindestanteile für bestimmte Kunststoffverpackungen fest. Dabei gilt der 1. Januar 2030 oder der Zeitpunkt drei Jahre nach Inkrafttreten des einschlägigen Durchführungsrechtsakts, je nachdem, welcher später liegt.
2035: Recycling in großem Maßstab
Die Bewertung der Recyclingfähigkeit soll um das Kriterium des tatsächlichen Recyclings in großem Maßstab ergänzt werden. Der Zeitpunkt ist mit dem 1. Januar 2035 und dem Inkrafttreten der entsprechenden Durchführungsmethodik verknüpft.
2038: strengere Anforderungen an die Recyclingfähigkeit
Ab 2038 reicht Leistungsstufe C nach der allgemeinen Regel nicht mehr aus, um Verpackungen in Verkehr zu bringen. Langfristiges Design sollte deshalb auf A oder B ausgerichtet sein.
2040: höhere PCR-Anteile
Die PPWR sieht höhere PCR-Mindestanteile für die jeweiligen Kategorien von Kunststoffverpackungen vor. Die Rezyklatbeschaffung sollte daher über die ersten Schwellenwerte für 2030 hinaus geplant werden.
Warum kann sich der Zeitplan verschieben?
An mehreren zentralen Stellen bestimmt die PPWR den späteren von zwei Zeitpunkten. Der interne Unternehmenskalender sollte deshalb sowohl das Datum aus der Verordnung als auch den Status des delegierten Rechtsakts oder Durchführungsrechtsakts erfassen, von dem die tatsächliche Anwendung abhängt.
Was das für die Planung bedeutet
Die PPWR umfasst einen mehrjährigen Veränderungsprozess. Unternehmen sollten ein System aufbauen, das Fristen, Durchführungsrechtsakte und die Auswirkungen auf ihr konkretes Verpackungsportfolio überwacht.
