Eine einfache Ausgangsfrage lautet: Arbeiten Sie mit Abfällen, stellen Sie Rezyklat her, verwenden Sie Rezyklat in der weiteren Produktion oder bewerten Sie eine Verpackungskonstruktion? Die Antwort weist meist auf den passenden RecyClass-Bereich hin.
Beginnen Sie mit dem Eingangsmaterial und dem Prozessergebnis
Die Bezeichnung eines Unternehmens entscheidet nicht über das geeignete Programm. Ein Recycler kann auch sortieren, ein Verarbeiter kann Mischungen herstellen und ein Handelsunternehmen kann auf unterschiedlichen Stufen der Kette tätig sein. Entscheidend ist der tatsächliche Prozess.
Sorting Process
Dieses Programm kommt infrage, wenn die Tätigkeit die Sortierung von Kunststoffabfällen oder eine dafür zugelassene Abfallhandelstätigkeit vor der Recyclingstufe umfasst.
Recycling Process
Dieses Programm eignet sich für Prozesse, in denen Kunststoffabfälle in Recyclingausgangsmaterial umgewandelt werden. Die zentrale Frage lautet: Entsteht am Ausgang ein Material, das Primärmaterial oder einen anderen Rohstoff ersetzen soll?
Recycled Plastics Traceability
Dieses Programm kommt infrage, wenn Sie Rezyklat einkaufen und in der weiteren Herstellung, Compoundierung, Verarbeitung oder im Handel einsetzen und dabei die Rückverfolgbarkeit sowie den Rezyklatanteil überprüfen lassen möchten.
RecyClass Recyclability
Dieser Bereich betrifft die Gestaltung von Verpackungen und ihre technische Recyclingfähigkeit. Er dient nicht dazu, den prozentualen Rezyklatanteil in einem Produkt zu bestätigen.
Was gilt, wenn ein Unternehmen mehrere Tätigkeiten ausführt?
Eine Organisation kann mehr als ein Programm benötigen. Ein Betrieb kann beispielsweise einen Recyclingprozess durchführen und anschließend aus dem eigenen Rezyklat weitere Produkte herstellen. Die Geltungsbereiche müssen dann entsprechend dem tatsächlichen Materialfluss abgegrenzt werden.
Fünf Fragen zur Eingrenzung des Geltungsbereichs
- Hat das Eingangsmaterial den Status von Abfall oder von Rezyklat?
- Was genau geschieht damit im Prozess?
- Welches Material oder Produkt entsteht am Ausgang?
- Was möchten Sie dem Kunden gegenüber kommunizieren?
- Ist ein zusätzliches Modul oder eine besondere Anwendung relevant?
Die wichtigste Schlussfolgerung
Die Wahl des Programms sollte sich aus dem tatsächlichen Materialfluss und dem Ziel der Zertifizierung ergeben. Erst danach sollten die erforderlichen Unterlagen, die Dauer und die Kosten des Verfahrens betrachtet werden.
