Bei der kontrollierten Mischung ist Rezyklat in einem bekannten Anteil tatsächlich im Produkt enthalten. Die Massenbilanz ist ein eigenständiges Chain-of-Custody-Modell und sollte nicht als Synonym für physische Mischung verwendet werden.
Wie funktioniert kontrollierte Mischung?
Rezyklat wird physisch mit neuem Kunststoff, Zusatzstoffen, Masterbatch oder anderen Materialien vermischt. Das Verhältnis sollte bekannt und anhand von Rezeptur, Dosierung und Produktionsdaten nachvollziehbar sein.
Beispiel
Enthält eine Rezeptur 60 kg zertifiziertes Rezyklat und 40 kg andere Bestandteile, beträgt der physische Rezyklatanteil dieser Mischung 60 %, sofern sich alle Massen auf denselben Produktumfang beziehen.
Was ist Massenbilanz?
Die Massenbilanz ist eines der Chain-of-Custody-Modelle. Es beschreibt, wie eine bestimmte Eigenschaft innerhalb eines Systems verwaltet wird. Dabei muss die deklarierte Eigenschaft nicht in jeder einzelnen Produkteinheit physisch im gleichen Anteil vorhanden sein.
Warum müssen die Begriffe getrennt werden?
Erhält ein Kunde Angaben zum tatsächlichen Rezyklatanteil eines Produkts, muss klar sein, ob der Wert aus der physischen Zusammensetzung oder einem anderen Chain-of-Custody-Modell stammt. Die Bezeichnung „Massenbilanz“ für eine gewöhnliche Mengenbilanz oder kontrollierte Mischung führt zu Missverständnissen.
Was ist bei kontrollierter Mischung zu dokumentieren?
- Qualifizierung des Rezyklats;
- Rezeptur und Produktversion;
- tatsächliche Dosierung;
- Chargennummern oder andere Materialzuordnungen;
- Produktionsmenge;
- Verluste und in den Prozess zurückgeführtes Material;
- Mengenbilanz für den untersuchten Zeitraum.
Internes Mahlgut
Material aus dem eigenen Prozess, das zurückgeführt wird, erfordert eine gesonderte Betrachtung. Seine Wiederverwendung erzeugt nicht automatisch einen neuen Rezyklatanteil, denn erneutes Zerkleinern verändert die Herkunft des Materials nicht.
Die wichtigste Erkenntnis
Kontrollierte Mischung beschreibt die tatsächliche Produktzusammensetzung. Massenbilanz beschreibt die Zuordnung einer bestimmten Eigenschaft innerhalb der Produktkette. Es handelt sich um unterschiedliche Mechanismen, die getrennt kommuniziert werden sollten.
