Ein höherer rPET-Anteil kann Farbe, Materialschwankungen sowie mechanische und Barriereeigenschaften beeinflussen. Richtung und Ausmaß hängen vom Rezyklat und vom Herstellungsprozess ab. Der Prozentsatz allein erlaubt keine verlässliche Prognose für die Flasche.
Der rPET-Anteil ist nur eine Einflussgröße
Zwei Flaschen mit demselben rPET-Anteil können unterschiedliche Eigenschaften besitzen, wenn Rezyklatqualität, Preformgeometrie, Blasformeinstellungen oder Verarbeitungsvorgeschichte voneinander abweichen.
Die Rohstoffqualität ist entscheidend
Das Verhalten von rPET wird unter anderem durch intrinsische Viskosität, thermischen und hydrolytischen Abbau, Verunreinigungen, Farbe, Feuchtigkeit sowie die Qualität von Dekontamination und Materialaufbereitung beeinflusst.
Mechanische Eigenschaften
Unterschiede in Molekulargewicht, Kristallinität und Materialorientierung beim Blasformen können die mechanischen Eigenschaften verändern. Eine allgemeine lineare Regel „mehr rPET bedeutet weniger Festigkeit“ ist nicht zulässig. Entscheidend ist das Zusammenwirken von Material, Prozess und Konstruktion.
Farbe und Erscheinungsbild
rPET kann gelbliche, graue oder grünliche Farbtöne sowie Schwankungen zwischen Chargen verstärken. Hersteller kontrollieren deshalb Rohstofffarbe, Preformeigenschaften und zulässige Toleranzen des fertigen Produkts.
Barriereeigenschaften
Die Durchlässigkeit für Sauerstoff oder andere Gase hängt nicht nur vom rPET-Anteil ab. Wanddicke, Kristallinität, Materialorientierung, Flaschengeometrie und Prüfbedingungen spielen ebenfalls eine Rolle. Eine belastbare Bewertung erfordert daher Messungen an der tatsächlichen Verpackung.
Verarbeitung
PET reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit und thermische Belastung. Unzureichende Trocknung oder übermäßiger Wärmeeintrag können Eigenschaften beeinträchtigen, unabhängig davon, ob Neuware oder Rezyklat eingesetzt wird.
Wie lässt sich der Einfluss von rPET beurteilen?
Sinnvoll ist ein Vergleich von Verpackungsserien mit unterschiedlichen rPET-Anteilen, die unter kontrollierten Bedingungen hergestellt wurden. Masse und Wanddicke, mechanische Beständigkeit, Farbe, Barriereeigenschaften und Streuung zwischen den Proben sollten gemeinsam untersucht werden.
Die wichtigste Schlussfolgerung
Der rPET-Anteil ist ein wichtiger Materialparameter, erklärt das Verpackungsverhalten aber nicht allein. Eine fundierte Bewertung verbindet Rohstoffdaten, Prozessbedingungen, Konstruktion und Prüfergebnisse.
